Fallstudie 03: “Freudvolles Kaffeekochen”

In dieser Fallstudie haben wir mit Braun De`Longhi Houshould kooperiert und uns dem Thema der Kaffeezubereitung gewidmet. Die Analyse und Aufbereitung der Interviewerkenntnisse und somit die Schnittstelle zwischen Nutzerperspektive und Designprozess wurde weiter verbessert und um Methoden ergänzt. Zudem konnten wir weitere Erfahrungswerte zur Thematik des qualitativen Evaluierens von Produktkonzepten und deren anschließende Überführung in einen testfähigen Prototypen sammeln.

 

Das Ergebnis

Mit Hilfe einer qualitativen Überprüfung erhielten wir ein eindeutiges Feedback zu den entwickelten Ideen. Unser „Labor“-Konzept, das den Fokus auf das Experimentieren in der Kaffeezubereitung legt, erhielt die beste Rückmeldung. Es fördert neben der Stimulation auch das Kompetenzempfinden des Nutzers. Auf Basis dieses Feedbacks entwickelten wir ein Modell des Konzeptes, um das Nutzungserlebnis anhand von Bewegtbildern kommunizierbar und erlebbar zu machen.

 
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Verlauf der Fallstudie

01
Start mit Praktiken zum Thema „Freudvolles Kaffeekochen“

Im Vergleich zu den Praktiken der vorherigen Fallstudien, sollte der Gegenstand dieser Fallstudie eine affektiv positive Praktik sein. In der Kooperation mit Braun entschieden wir uns deshalb für die Praktik des Kaffeekochens statt bspw. die des Bügelns. Wir interviewten zwei Kaffeeexperten während der Themenexploration, sprachen mit neun Positiv-PraktikerInnen und identifizierten 17 unterschiedliche Praktiken.

 

02
Interview-Synthese: Die Kombination positiver Praktiken

Die Vielzahl an Praktiken wurde analysiert und abstrahiert. Gleichartige positive Praktiken, die ähnliche Bedürfnisse bei den Anwendern ansprachen, wurden kombiniert. So ergaben sich drei Fokuspraktiken: Die ritualbehaftete Kaffeezubereitung am Morgen, die zentral das Sicherheitsbedürfnis der Anwender anspricht. Das Experimentieren in der Zubereitung mit dem Fokus auf Kompetenz und die gemeinschaftliche Zubereitung von Kaffee, was auf das Bedürfnis der Verbundenheit einzahlt.

 

03
Die Überführung von Praktik-Narrativen in Produktkonzepte

Auf Basis der drei abstrahierten Fokuspraktiken wurden Narrative entwickelt, welche die Eigenschaften der Praktik in einer idealisierten Geschichte beschreiben. Sie dienten als Grundlage und Inspiration für die Überführung von Informationen in passende Konzeptideen. Aus 13 wohlbefindensorientierten Ideen wurden insgesamt zwei Designkonzepte pro Narrative abgeleitet.

 

04
Qualitatives Feedback mit Hilfe von Konzept-Storyboards

Im Anschluss an die Entwurfsphase wurden die Designkonzepte mit Hilfe der Praktik-Narrativen in ein Storyboard überführt. Die Anwendungsgeschichte wurde um funktionale Detailbilder des Konzeptes ergänzt. Diese detaillierte und visuelle Beschreibung bildete die Grundlage einer Validierungsschleife und half uns die Konzepte für unsere ProbandInnen zu veranschaulichen und deren Feedback einzuholen.

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