Prozessanpassungen: Neue Methoden & Happy User

Zweite Fallstudie und ein überarbeiteter Innovationsprozess

Für unsere zweite Fallstudie haben wir die Prozessschritte des ersten Projektes analysiert und adaptiert. Um einen praktikablen Prozess zu entwickeln, der in Agenturen zum Einsatz kommen kann, ist es unsere Aufgabe, die einzelnen Prozesselemente stetig anzupassen oder zu verbessern. Hierfür probieren wir verschiedene Methoden aus und lassen unsere Erfahrungen aus den Fallstudien in ein angepasstes Modell einfließen. Aktuell befinden wir uns mitten in der zweiten Fallstudie und wollen nun über unsere Fortschritte berichten. Zudem stellen wir nach unserem Erfahrungsbericht einen überarbeiteten Gesamtprozess vor, der unser Vorgehen in der zweiten Fallstudie abbildet.

Fokus auf qualitative Interviews mit wohlbefindensorientierten Nutzern

Für die erste Fallstudie haben wir, wie bereits beschrieben, den Praktiken-Canvas als Interviewtool entwickelt. Unser Fokus lag dort auf der grundlegenden Überprüfung des Canvas als strukturgebendes und hilfreiches Element in den Nutzer-Interviews. Dies sollte durch eine hohe Anzahl an Interviews gewährleistet werden um nicht nur breit Informationen zur Praktik zu sammeln, sondern auch die Methodik in vielen Interviews über mehrere Moderatoren zu prüfen.

Interviewsituation aus der zweiten Fallstudie

Interviewsituation aus der zweiten Fallstudie

Auf der einen Seite haben wir dabei sichergestellt, dass wir eine Methode erschaffen, die von anderen Designern gut adaptiert werden kann. Auf der anderen Seite haben wir festgestellt, dass Interviews mit Personen, die die Praktik selbst bereits sehr freudvoll absolvieren, am ergiebigsten waren. Diese Interviewpartner berichteten umfassend über eigene Taktiken zur wohlbefindlicheren Umsetzung der Praktik, erzählten spezifische Hintergrundgeschichten oder schilderten freudvolle Eindrücke. Diese reichhaltigen Einblicke eigneten sich gut als Inspiration für den Kreativprozess. Analog zu anderen Produktentwicklungs-Methoden, bei denen beispielsweise die Lead-User ins Zentrum einer qualitativen Befragung gerückt werden, ergaben sich bei unserer ersten Fallstudie die meisten Ansatzpunkte für eine Produktentwicklung in qualitativen Interviews mit „Happy Usern“. In der zweiten Fallstudie liegt unser Fokus somit auf der Identifizierung von „Happy Usern“, um dadurch die Anzahl der qualitativen Interviews durch gezieltere Rekrutierung zu minimieren. Unsere Hypothese hierbei ist, dass wir eine gleichbleibende Erkenntnisqualität bei geringerem Aufwand erzielen können.

 

Neue Version des Praktiken-Canvas

Neue Version des Praktiken-Canvas

 

Interaktiver Interviewleitfaden im Download-Format

Um unser Methodenset im Projektverlauf zu erweitern und zugänglich zu machen ist neben einer einfachen Anwendung natürlich auch das Format entscheidend. In der ersten Fallstudie gab es positives Feedback zur Art der Befragung. Die Interviewpartner zeigten Interesse an der Methodik und es entwickelten sich häufiger interaktive Gespräche und gemeinschaftliches Ausfüllen des Praktiken-Canvas. Daraufhin haben wir den Canvas ein wenig überarbeitet, um diesen Effekt weiter zu fördern. Alle Interviewmaterialien befinden sich nun auf einem DIN-A3-Druckbogen, der mit Hilfe einer eingearbeiteten Anleitung eigenständig für die Interviews vorbereitet werden kann und den Interviewer intuitiv durch das Interview leitet. Durch eine spezielle Falttechnik können die einzelnen Schritte im Interview separat und in Interaktion mit dem Interviewpartner bearbeitet werden. Abschließend ergibt sich das Gesamtbild der Praktik und beide Interviewteilnehmer können die Praktik auf einen Blick sehen, rekapitulieren und gegebenenfalls noch um Ideen und fehlende Elemente ergänzen.

Der Praxistest in der zweiten Fallstudie ist sehr positiv und das Interview entwickelt sich zu einem inspirierenden interaktiven Gespräch über eine Praktik.

Faltanleitung für den neuen Praktiken-Canvas

Faltanleitung für den neuen Praktiken-Canvas

Zusammenführen von Design & Wellbeing

Eine wichtige Voraussetzung für die erste Phase des Innovationsprozesses ist, dass die Ergebnisse der Interviews und der Überprüfung einen reibungslosen Anknüpfungspunkt für die Konzeptentwicklung haben. Unser Fokus lag deshalb darauf, die ersten Interviews mit „Happy Usern“ möglichst einheitlich zu analysieren und die richtigen Hebel zur Steigerung des Wohlbefindens zu identifizieren. Um unsere Analyse und unsere Stoßrichtung zu überprüfen, haben wir eine qualitative Überprüfung unserer Auswertung konzipiert. Dieser Validierungsschritt soll uns dabei helfen, klare Designanforderungen zu ermitteln, aber auch weitere Inspiration von Probanden zu erhalten. Wie genau unsere Überprüfung aussieht, erfahrt ihr nach Abschluss unserer Überprüfung in einem weiteren Blogbeitrag.