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Glück & Wohlbefinden

Wie entsteht Wohlbefinden?

 


Design

Design Prozess & Methoden


 

FAQs: Allgemein


»Auf welcher Definition von Wellbeing basiert Design for Wellbeing?

Was bedeutet Wohlbefinden im Allgemeinen?:
Mehr Wohlbefinden für jeden Einzelnen und unsere Gesellschaft kann durch verschiedene Wege erreicht werden. Während in der Ökonomie und Politikwissenschaft primär ein Top-Down-Ansatz gewählt wird um herauszufinden, welche Faktoren in welchen Gesellschaftsschichten was für einen Einfluss auf die Lebensqualität und somit auf das Wohlbefinden der Bürger haben, versucht die Psychologie im Bereich der "positiven Psychologie" herauszufinden, welche Interventionen, Persönlichkeitseigenschaften oder kognitiven Mindsets einen positiven Einfluss auf das menschliche Wohlbefinden haben. Aber auch der psychologische Ansatz ist eher ein Top-Down-Approach, wo bisher vor allem generelle Hilfen untersucht werden.

Was heißt Wohlbefinden im Projekt "Design for Wellbeing"?:
Design for Wellbeing versucht einen Bottom-Up-Approach anzuwenden und sich vor allem das Alltagsleben und Alltagserleben verschiedener Menschen anzuschauen und einzelne Aktivitäten und Praktiken spezieller Zielgruppen zu untersuchen mit dem Ziel diese wohlbefindensorientierter zu gestalten. Hierdurch soll ein kleiner Teil des Lebens detailliert untersucht und durch eine wohl-befindensorientierte Gestaltung als "besser" im Sinne von einer glücklicheren Aktivität oder einem glücklicheren Zeitnutzen wahrge-nommen werden.

Kurz gefasst definieren wir "wellbeing = To spend your time well" und haben das Ziel eine Methodik aufzuzeigen, wie durch die wohlbefindensorientierende Gestaltung vieler einzelner Praktiken das gesamte Wohlbefinden individuell, aber auch auf Dauer gesellschaftlich gesteigert werden kann.
 


»Wie kann der Gesamtansatz in Großunternehmen oder etablierten Produktfeldern angewendet werden?«


Generell ist der gesamte Ansatz an einem Lean-Start-up-Prozess orientiert und wirkt somit zunächst passender für kleine, junge Unternehmen bzw. Produktfelder. Im Sinne der allgemeinen ökonomischen Dynamik, speziell durch den verstärkten Konkurrenzdruck durch die fortschreitende Globalisierung und Digitalisierung, scheint es allerdings auch für Großunternehmen und etablierte Produktfelder immer wichtiger ständig neue Dinge auszuprobieren und sich stetig wieder neue Konkurrenzvorteile zu verschaffen. So schafft unser Gesamtansatz ein Rahmenwerk zur völligen Neugestaltung eines Produktes, aber auch die Möglichkeit eine Produktidee oder auch ein bestehendes Produkt immer wieder zu überprüfen und im jeweils sinnvollen Prozessschritt im Gesamtmodell einzusetzen, Verbesserungsmöglichkeiten zu untersuchen und umzusetzen. Auf Grund der immer stärkeren materiellen Zufriedenheit in unserer Gesellschaft scheinen positive Emotionen und Erlebnisse immer wichtiger zu werden. Wohlbefinden als globales Maß für positive Emotionen bietet somit gute Möglichkeiten für eine ökonomische Differenzierung und somit einen Konkurrenzvorteil.

Kurz gefasst kann man also sagen, dass das Modell generell für alle Unternehmensgrößen und alle Produktinnovationsschritte anwendbar zu sein scheint. Im Laufe des Projektes werden wir dies aber sowohl an zwei eigenen Start-up-Prozessen, sowie einem kleinen Anwenderunternehmen und einem größeren Anwenderunternehmen überprüfen und den Ansatz nach unseren Erkenntnissen weiter anpassen.
 


»Welchen speziellen Mehrwert hat Design for Wellbeing im Vergleich zu anderen Ansätzen?«


Jeder Mensch möchte möglichst glücklich sein bzw. sich möglichst wohlfühlen. In allen Teilen unseres Lebens versuchen wir Verbesserungen zu schaffen, um am Ende durch diese Verbesserungen ein höheres Wohlbefindenslevel zu erlangen. So wird beispielsweise gestaltet, um Dinge schöner zu machen oder um Dinge effizienter zu machen. Das konkrete Ziel von mehr Wohlbefinden durch die Gestaltung zu erreichen ist aber meist etwas was indirekt und nicht direkt passieren soll. Bei Design for Wellbeing soll diese Perspektive verändert und der Fokus direkt und primär auf die Steigerung des Wohlbefindens gelegt werden. So würde beispielsweise ein Produkt nicht gestaltet werden, wenn es "nur" Kosten einsparen kann durch eine bessere Usability, wenn nicht geklärt ist, wie diese Kosteneinsparung wirklich das Wohlbefinden der Nutzer steigern kann. Ob dieser Ansatz wirklich besser ist, als ein indirekter Ansatz wird erst nach dem Projekt überprüft werden können, wenn wir in einem ersten Schritt im Rahmen des Projektes (hoffentlich) zeigen konnten, dass unser Ansatz Wohlbefinden steigern kann.

Kurz gefasst geht es also um einen Perspektivenwechsel. Im Beispiel einer Usability Steigerung also um "Design for Wellbeing by higher usability" anstatt "Design for higher usability for higher wellbeing" und somit die Hoffnung auf klarere innovative Ideen durch diese Fokusverschiebung.

 

 


FAQs: Praktikencanvas

»Im Praktiken-Canvas wird eine Praktik genauer in ihre Bedeutung, nötige Fertigkeiten, sowie nötiges Material aufgeteilt und analysiert und mit der Befriedigung verschiedener menschlicher Grundbedürfnisse in Verbindung gesetzt. Wie genau sehen die Verbindungen zwischen diesen einzelnen Teilen aus und wie kann man diese gut analysieren?«


Der Praktiken-Canvas ist zunächst erst einmal ein Arbeitsmodell. Er dient momentan rein zur Strukturierung und Analyse verschiedener Interviews bei denen verschiedene Praktiken wie beispielsweise die tägliche Zahnhygiene genauer beleuchtet werden. Somit bietet er die Basis für eine fundierte Analyse um den Innovationsprozess zu starten. Zunächst wird hierbei die Praktik live durchgeführt, dann in Einzelschritte unterteilt zusammengefasst, danach gefragt warum die Praktik ausgeführt wird und was für einen Nutzen diese bringt (Analyse der Bedeutung), um sich dann diesen Nutzen genauer anzuschauen und zu analysieren welche menschlichen Grundbedürfnisse durch die Praktik befriedigt werden (sollen) und welche eher nicht (Analyse der Bedürfnisse). Hiernach wird untersucht welche Fertigkeiten man benötigt, um die Praktik auszuführen und danach welche Materialien man benötigt, um die Praktik auszuführen.

Bei allen Themenpunkten wird immer am Ende gefragt, was "besser" sein könnte in dem Sinne, dass man sich bei der Praktik wohler fühlen würde. Die einzelnen Verbindungen zwischen diesen einzelnen Felder werden von den Interviewpartnern schon meist bei der Beantwortung der Einzelfelder gezogen, werden jedoch dann noch einmal allgemein in Frage gestellt. Am Ende wird alles zusammengeführt in der Frage, wie eine ideale Praktik aussehen könnte bzw. was alles "besser" sein könnte damit man sich bei der Praktik (noch) wohler fühlen würde. Hierdurch soll eine Vision einer Praktik entstehen, die nicht primär effizienter ist, sondern vor allem die menschlichen Bedürfnisse besser befriedigen soll, um somit das Wohlbefinden zu steigern.

Kurz gefasst kann man also sagen, dass es (bisher) keine spezielle Methodik gibt, um die spezifische Verbindungen in diesem Arbeitsmodell zu analysieren. Durch die detaillierte Einzelbefragung der drei Elemente haben die Teilnehmer aber meist von sich aus die Verbindungen gesehen und komplexe Verbesserungsideen vorschlagen können.

 

»Wie kann das Konzept des Praktiken-Canvas skaliert werden?«


Nach Durchlauf des ersten praktischen Projektes unter manueller Nutzung des Praktiken-Canvas werden wir auf Basis der ersten Erfahrungen und Analysen ein "CAPI" System aufbauen zur Unterstützung des Interview- und Analyseprozesses. "CAPI" steht für Computer-Assisted-Personal-Interview und ist somit eine Software Basis, um die Transkription der Interviewergebnisse, aber vor allem die Aggregation der Ergebnisse zu vereinfachen und somit eine Skalierbarkeit des Prozesses, aber vor allem der Sammlung der Erkenntnisse zu ermöglichen. Das "DFW CAPI System" (Design for Wellbeing Computer Assisted Personal Interview System) soll schon beim zweiten praktischen Projekt im ersten Halbjahr 2017 getestet und nach Ablauf des Projektes auch anderen Interessenten zur Verfügung gestellt werden, um eine umfassende Ausbreitung der Methodik zu ermöglichen für mehr Wohlbefinden für jeden Einzelnen und unsere Gesellschaft.